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PV-Anlage: Ersparnis und Amortisation berechnen

PV-Anlage: Ersparnis und Amortisation richtig berechnen

Ob sich eine Photovoltaikanlage wirtschaftlich lohnt, lässt sich nicht mit einer pauschalen Jahreszahl beantworten. Entscheidend sind Ihr Standort, der tatsächliche Jahresertrag, Ihr Eigenverbrauch, der vermiedene Strombezug, der Einspeisetarif und die gesamten Investitionskosten.

Mit der folgenden Rechnung können Sie die Ersparnis und Amortisationszeit Ihrer PV-Anlage mit den eigenen Werten nachvollziehen. Die Beispielzahlen dienen nur zur Erklärung und sind keine Preis- oder Ertragsprognose.

PV-Anlage amortisieren: die einfache Formel

Der jährliche wirtschaftliche Nutzen besteht aus zwei Teilen:

  1. Ersparnis durch Eigenverbrauch: selbst genutzter PV-Strom × vermiedener Strompreis
  2. Erlös aus Einspeisung: eingespeister PV-Strom × Einspeisetarif

Davon ziehen Sie laufende Kosten beziehungsweise eine realistische Rücklage ab. Die vereinfachte Amortisationszeit ergibt sich so:

Amortisationszeit = Netto-Investition ÷ jährlicher Netto-Vorteil

RechenschrittFormel
EigenverbrauchsvorteilEigenverbrauch in kWh × vermiedener Bezugspreis je kWh
EinspeiseerlösEinspeisung in kWh × Einspeisetarif je kWh
Jährlicher Brutto-VorteilEigenverbrauchsvorteil + Einspeiseerlös
Jährlicher Netto-VorteilBrutto-Vorteil − laufende Kosten/Rücklage
AmortisationNetto-Investition ÷ Netto-Vorteil pro Jahr

Welche Werte sollten Sie einsetzen?

1. Jahresertrag der Anlage

Der Ertrag hängt unter anderem von Standort, Dachausrichtung, Neigung, Verschattung und Systemverlusten ab. Verwenden Sie deshalb keine pauschale Zahl für ganz Österreich. Mit dem kostenlosen PVGIS-Rechner der Europäischen Kommission können Sie den erwartbaren Jahresertrag für Ihren konkreten Standort abschätzen.

Für die Rechnung benötigen Sie den erwarteten PV-Ertrag in Kilowattstunden pro Jahr. Planen Sie konservativ und berücksichtigen Sie Verschattung sowie mögliche Abweichungen zwischen einzelnen Jahren.

2. Eigenverbrauch statt pauschaler Eigenverbrauchsquote

Eigenverbrauch ist jener Teil der PV-Produktion, den Sie im Haushalt direkt nutzen. Er ist wirtschaftlich meist wertvoller als die Einspeisung, weil Sie damit Strombezug vermeiden. Wie hoch der Eigenverbrauch ausfällt, hängt stark davon ab, wann Sie Strom benötigen.

  • Verbrauch tagsüber erhöht den direkten Eigenverbrauch.
  • Wärmepumpe, Warmwasserbereitung oder E-Auto können gezielt in Sonnenstunden laufen.
  • Ein Speicher verschiebt Solarstrom in den Abend, verursacht aber zusätzliche Investitionskosten und Umwandlungsverluste.
  • Eine größere Anlage produziert mehr Strom, erhöht aber nicht automatisch die Eigenverbrauchsquote.

Wenn Sie die passende Speichergröße prüfen möchten, lesen Sie unseren Ratgeber PV-Speicher für 10 kWp richtig dimensionieren.

3. Vermiedener Strompreis

Für selbst genutzten Solarstrom sollten Sie nicht einfach den gesamten Rechnungsbetrag durch den Verbrauch teilen. Manche Bestandteile der Stromrechnung sind fix und sinken nicht, wenn Sie eine Kilowattstunde weniger aus dem Netz beziehen.

Verwenden Sie möglichst jene verbrauchsabhängigen Kosten, die durch eine selbst erzeugte Kilowattstunde tatsächlich entfallen. Ihren aktuellen Tarif können Sie mit Ihrer Stromrechnung und dem Tarifkalkulator der E-Control prüfen.

4. Einspeisetarif

Der Vergütungssatz für eingespeisten Strom kann sich ändern und unterscheidet sich je nach Abnehmer und Vertrag. Tragen Sie deshalb den Wert aus Ihrem tatsächlichen Einspeisevertrag ein. Informationen zur Marktpreis-Einspeisung stellt auch die OeMAG bereit.

5. Vollständige Investitionskosten

Für eine ehrliche Rechnung zählt nicht nur der Paketpreis. Berücksichtigen Sie alle Kosten, die für Ihre betriebsbereite Anlage anfallen:

  • Module, Wechselrichter, Unterkonstruktion und optionaler Speicher
  • Montage und Elektroinstallation
  • Planung, Anmeldung und Inbetriebnahme
  • notwendige Arbeiten am Zählerkasten oder Dach
  • abzüglich tatsächlich zugesagter Förderungen

Eine Orientierung zu den Kostenbestandteilen finden Sie im Beitrag 10-kWp-PV-Anlage: Kosten mit Speicher und Montage.

Rechenbeispiel für eine 10-kWp-PV-Anlage

Das folgende Beispiel zeigt nur die Rechenlogik. Ersetzen Sie alle Werte durch Ihr konkretes Angebot, Ihre Verbrauchsdaten und Ihre Tarife.

AnnahmeBeispielwert
PV-Ertrag pro Jahr10.000 kWh
davon selbst genutzt4.500 kWh
davon eingespeist5.500 kWh
vermiedener Bezugspreis0,25 € je kWh
Einspeisetarif0,07 € je kWh
Rücklage/laufende Kosten150 € pro Jahr
angenommene Netto-Investition18.000 €

Eigenverbrauchsvorteil: 4.500 kWh × 0,25 € = 1.125 € pro Jahr

Einspeiseerlös: 5.500 kWh × 0,07 € = 385 € pro Jahr

Netto-Vorteil: 1.125 € + 385 € − 150 € = 1.360 € pro Jahr

Vereinfachte Amortisation: 18.000 € ÷ 1.360 € = rund 13,2 Jahre

Das Ergebnis verändert sich sofort, wenn sich Eigenverbrauch, Strompreis, Einspeisetarif oder Investition ändern. Genau deshalb ist eine Bandbreite hilfreicher als eine einzelne scheinbar exakte Jahreszahl.

Rechnen Sie drei Szenarien statt nur eines

SzenarioSo rechnen SieWofür es dient
Vorsichtigniedrigerer Ertrag und Eigenverbrauch, höhere Rücklagezeigt, ob die Investition auch bei ungünstiger Entwicklung tragbar bleibt
RealistischPVGIS-Ertrag, heutiges Verbrauchsprofil und aktuelle Vertragspreisebeste Grundlage für die Entscheidung
Optimistischhöherer Eigenverbrauch und günstige Tarifentwicklungzeigt das mögliche Potenzial, sollte aber nicht die einzige Entscheidungsbasis sein

Verkürzt ein Batteriespeicher die Amortisationszeit?

Ein Speicher kann den Eigenverbrauch erhöhen, verkürzt die Amortisationszeit aber nicht automatisch. Dem zusätzlichen Eigenverbrauch stehen Anschaffungskosten, Speicherverluste und eine begrenzte nutzbare Kapazität gegenüber.

Rechnen Sie deshalb zunächst die PV-Anlage ohne Speicher und anschließend dieselbe Anlage mit Speicher. Entscheidend ist nicht nur, wie viele zusätzliche Kilowattstunden Sie selbst nutzen, sondern welcher finanzielle Mehrwert daraus im Verhältnis zum Aufpreis entsteht.

Die häufigsten Fehler bei der Amortisationsrechnung

  • Gesamten Strompreis ansetzen: Fixkosten der Stromrechnung werden durch Eigenverbrauch nicht vollständig vermieden.
  • Einspeisetarif über viele Jahre festschreiben: Vergütungen können sich ändern.
  • Eigenverbrauch und Autarkie verwechseln: Beide Kennzahlen messen unterschiedliche Dinge.
  • Speicher nur als Mehrersparnis betrachten: Der zusätzliche Kaufpreis gehört ebenfalls in die Rechnung.
  • Nebenkosten vergessen: Montage, Elektroarbeiten und notwendige Anpassungen müssen einbezogen werden.
  • Nur ein Szenario rechnen: Eine Bandbreite macht die Entscheidung robuster.

Fazit: Die richtige Anlage beginnt mit Ihren Daten

Eine PV-Anlage kann Ihre laufenden Stromkosten deutlich reduzieren. Eine belastbare Amortisationsrechnung entsteht aber erst mit Ihrem Standort, Ihrem Lastprofil, den vollständigen Investitionskosten und den tatsächlich verfügbaren Tarifen.

Vergleichen Sie passende Größen und Hersteller in unserer Übersicht der PV-Komplettanlagen. Wenn Sie eine konkrete Planung für Wien, Niederösterreich oder das Burgenland wünschen, können Sie über unsere Kontaktseite eine Anfrage stellen.

Häufige Fragen zur PV-Amortisation

Wann hat sich eine PV-Anlage abbezahlt?

Das hängt von Investition, Jahresertrag, Eigenverbrauch, Strompreis, Einspeisevergütung und laufenden Kosten ab. Eine pauschale Jahreszahl ohne diese Werte ist nicht belastbar.

Wie berechnet man die jährliche Ersparnis?

Multiplizieren Sie den selbst genutzten PV-Strom mit den tatsächlich vermiedenen verbrauchsabhängigen Stromkosten. Addieren Sie den Einspeiseerlös und ziehen Sie laufende Kosten beziehungsweise eine Rücklage ab.

Ist eine hohe Eigenverbrauchsquote immer besser?

Nicht zwingend. Eine kleine Anlage kann eine hohe Eigenverbrauchsquote erreichen, aber insgesamt wenig Strom erzeugen. Wichtiger ist der wirtschaftliche Gesamtnutzen in Verbindung mit Verbrauch, Dachfläche und Investitionskosten.

Sollte die Förderung in die Rechnung einfließen?

Ja, aber erst dann, wenn Höhe und Voraussetzungen für Ihr Projekt geklärt sind. Ziehen Sie nur tatsächlich zugesagte oder belastbar erwartbare Förderungen von der Investition ab.

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